Brust OP – Informationen rund um eines der beliebtesten Gebiete für ästhetische Eingriffe

Brust-OPs gehören seit vielen Jahren zu den beliebtesten Schönheits-OPs weltweit. Laut ISAPS werden weltweit bereits 1,5 Mio. Brustvergrößerungen im Jahr durchgeführt. In Deutschland wurden 46.164 Brustvergrößerungen und 16.732 Bruststraffungen im Jahr 2017 durchgeführt. Die weibliche Brust ist und bleibt eines der wichtigsten Schönheitsmerkmale der Frau. In diesem Artikel erhalten Sie einen Überblick der Möglichkeiten zur Brust OP in der Plastischen Chirurgie.

Brust OP

Seit wann gibt es Brust OPs?

Die ersten ästhetisch motivierten Brust OPs wurden bereits Ende des 18. Jahrhunderts durchgeführt. Bis 1930 gab es bereits die Möglichkeit, Brüste zu verkleinern, zu vergrößern und zu straffen. Die Methoden der Mastopexie und Mammareduktionsplastik waren in den wesentlichen Elementen entwickelt und wurden seitdem weiter verfeinert. Bei der Vergrößerung der Brust jedoch sollte es etwas länger dauern, um schöne Ergebnisse zu erreichen und gleichzeitig die Sicherheit der Patientin zu gewährleisten. Die erste Brustimplantation wurde zwar bereits 1895 von dem deutschen Chirurg Vincenz Czerny durchgeführt, sollte aber nicht zum Erfolg führen. Er implantierte einer Brustkrebspatientin eine Fettgeschwulst aus ihrem Rücken in die Brust, nachdem sie diese durch die Brustkrebsoperation verloren hatte. Ohne spezielle Entnahme- und Aufbereitungstechniken des Eigenfetts kam es zu Durchblutungsstörungen der implantierten Fettgeschwulst.

Von da an wurde mit unterschiedlichen Einsätzen experimentiert, wie etwa Öl, Wachs, Wolle oder Glaskugeln, teils mit verheerenden Folgen durch Fremdkörperreaktionen. 1961 entwickelten die amerikanischen Chirurgen Frank Gerow und Thomas Cronin auf Initiative der Dow Corning Company die ersten Silikonimplantate. 1962 fand schließlich die erste Vergrößerung der Brust mit Silikonimplantaten statt. Die Silikonimplantate haben sich durch eine ausgezeichnete Verträglichkeit bewährt, wurden jedoch wegen des Verdachts auf gesundheitsschädliche Wirkungen und bestärkt durch mehrere Frauen, welche die Dow Corning Company verklagten, 1992 von der FDA (Food and Drug Administration) für kosmetische Operationen in den USA verboten. Nach zahlreichen Studien konnte keine gesundheitsschädliche Wirkung belegt werden und die Silikonimplantate wurden 2006 wieder erlaubt. In Europa waren sie nie verboten, jedoch gibt es seit 2001 ein Gütesiegel, welches die Qualität gewährleistet. Bis 2011 wurden dann weltweit 10 Mio. Frauen unter der Verwendung von Silikonimplantaten operiert.

Fettabsaugung

Für wen ist eine Brust OP geeignet?

Eine Brust OP ist für Frauen geeignet, die sich eine größere Brust wünschen, mit ihrer Brustform unzufrieden sind, unter einer sehr großen Brust oder einer hängenden Brust leiden. Medizinische Indikationen sind sehr häufig die tubuläre Brust, Brustasymmetrien, Brustaufbau nach Brustkrebsoperationen und Schmerzsyndrome durch sehr große Brüste. Dank den Möglichkeiten der modernen Plastischen Chirurgie muss keine Frau ihr Leid hinnehmen und kann ihr körperliches Wohlbefinden durch einen Eingriff wiedererlangen.

Ab welchem Alter ist eine Brust OP sinnvoll?

Eine Brust OP ist ab der Volljährigkeit sinnvoll, wenn die Brust vollständig ausgewachsen ist.

Welche Methoden zur Brust OP gibt es?

Brustvergrößerung mit Implantat:

Um das Implantat einzusetzen, kann der Zugang über die Unterbrustfalte, den Warzenvorhof oder die Achsel gewählt werden. Zum Einsatz kommen Implantate in runder oder anatomischer Form, welche es in unterschiedlichen Größen und mit unterschiedlichen Oberflächenbeschaffenheiten gibt.
Die Platzierung des Implantats kann unter der Brustdrüse (subglandulär), unter der Brustmuskelhaut (subfaszial), teilweise unter dem Brustmuskel oder vollständig unter dem Brustmuskel (submuskulär) erfolgen.

Brustvergrößerung mit Eigenfett:

Um die Brüste mit Eigenfett zu vergrößern und vollständig auf Implantate zu verzichten, wird zur Eigenfettgewinnung eine Fettabsaugung durchgeführt, das Eigenfett speziell aufbereitet und anschließend in die Brust injiziert. Hierbei sind keine Schnitte nötig und die kleinen runden Narben der Einstichstellen sind später kaum noch zu erkennen.

Brustverkleinerung:

Bei der Brustverkleinerung werden die Methoden nach der Schnitttechnik unterteilt.

  • Benelli-Methode (O-Technik, Schnitt um den Warzenvorhof)
  • Lejour-Methode (I-Technik, Schnitt um den Warzenvorhof und senkrecht nach unten zur Unterbrustfalte)
  • Strömbeck-Methode (T-Technik, Schnitt um den Warzenvorhof, senkrecht nach unten zur Unterbrustfalte und in der Unterbrustfalte)

Welche Technik bei der Verkleinerung der Brust zum Einsatz kommt, hängt von der Form und Größe der Brust sowie dem gewünschten Ergebnis der Brust OP ab.

Bruststraffung:

Auch die Methoden der Bruststraffung werden nach der Schnitttechnik unterteilt.

  • Benelli-Methode (O-Technik, Schnitt um den Warzenvorhof)
  • Lejour-Methode (I-Technik, Schnitt um den Warzenvorhof und senkrecht nach unten zur Unterbrustfalte)
  • Strömbeck-Methode (T-Technik, Schnitt um den Warzenvorhof, senkrecht nach unten zur Unterbrustfalte und in der Unterbrustfalte)
  • OrbiShape-Methode (Formung eines „inneren BHs“)

Welche Technik bei der Straffung der Brust zum Einsatz kommt, hängt von dem Grad der Erschlaffung der Brust sowie dem gewünschten Ergebnis der Brust OP ab.

Welche Untersuchungen sollte man vor einer Brust OP machen lassen?

Vor einer Brust OP sollte ein ausführliches Beratungsgespräch und eine Untersuchung mit einem spezialisierten Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie stattfinden. Zusätzlich ist eine Brustvorsorgeuntersuchung (Ultraschall oder Mammographie) beim Gynäkologen oder Radiologen ratsam. Vor der OP werden auch noch einige Blutlaborwerte ermittelt, um die Risiken der Vollnarkose zu minimieren.

Wie läuft eine Brust OP ab?

Vor der Brust OP finden Untersuchungen und Beratungsgespräche statt. 2 Wochen vor der OP werden blutverdünnende Medikamente abgesetzt und ggfs. der Nikotinkonsum reduziert. Am Tag vor der OP sollte gänzlich auf Alkohol und Nikotin verzichtet werden.

Am Tag der OP sollte nichts gegessen und maximal ein Schluck Wasser zur Einnahme von Medikamenten   getrunken werden. Die OP wird in Vollnarkose durchgeführt und dauert je nach Operation und Methode ca. 45 Minuten – 4 Stunden.

Nach der OP reicht es im Regelfall, eine Nacht in der Klinik zu bleiben. Einige Brust OPs können auch ambulant durchgeführt werden und man kann sich nach ein paar Stunden Erholung in der Klinik abholen lassen.

Wie hoch sind die Kosten für eine Brust OP?

Die Kosten für eine Brust OP sind abhängig von der Operation und der gewählten Methode. Ärzte oder Kliniken, die Pauschalpreise anbieten, sind mit Vorsicht zu genießen. Hier lohnt es sich, Beratungsgespräche zu führen und sich Kostenvoranschläge einzuholen, denn so bekommt man auch gleich einen umfangreichen Eindruck des Arztes und der Klinik.

Da es um den eigenen Körper geht, sollte man sich hierfür wirklich Zeit nehmen. Auch bei Billigangeboten ist Abstand zu nehmen, wie man anhand einer einfachen Rechnung aufzeigen kann: Bei einer Vergrößerung der Brüste mit qualitativ hochwertigen Implantaten ist für die Implantate ein Kostenfaktor von etwa 1.000,- bis 1200,-Euro zu rechnen, die Anästhesie und das Anästhesie-Team machen nochmal etwa 1.000 Euro aus. Hinzu kommen die Kosten der Klinik und des OP-Teams sowie die Zeit des Arztes für Vorgespräch, Untersuchung, OP und Nachsorge. Bei einer Vergrößerung der Brüste, die für 3.000 Euro angeboten wird, bleiben nach Abzug der MwSt. noch ca. 2400,- Euro. Somit muss an mehreren Kostenpunkten gespart werden. Hier steht Ihre Sicherheit und Ihr Körper auf dem Spiel!

Wann zahlt die Krankenkasse eine Brust OP?

Die Krankenkasse übernimmt die Kosten einer Brust OP ganz oder teilweise für den Brustaufbau nach einer Brustkrebsoperation und bei starken körperlichen Beschwerden durch eine extrem große Brust. Hierfür kann einfach ein Antrag bei der eigenen Krankenkasse gestellt werden. Für das Vergrößern oder Straffen der Brust aus rein ästhetischen Gründen übernimmt die Krankenkasse die Kosten nicht.

Finanzierung einer Brust OP

In den meisten Fällen kann man seine Brust OP mit spezialisierten Anbietern, die direkt mit den Kliniken zusammenarbeiten, oder auch der eigenen Hausbank finanzieren. Schönheitsoperationen sind auch für Banken kein Tabu-Thema mehr.

Was sollte man rund um die Brust OP beachten?

Das Wichtigste ist die Auswahl des Facharztes und der Klinik. Es ist ratsam, sich an einen Spezialisten zu wenden, denn gerade die Brustverkleinerung und Bruststraffung gehören nicht zu den einfachen chirurgischen Eingriffen und modernste Methoden bringen den Vorteil geringstmöglicher Narbenbildung mit sich. Auch bei der Vergrößerung der Brüste ist ein hohes Maß an Erfahrung und ein gutes ästhetisches Auge notwendig, um gemeinsam mit der Patientin das richtige Implantat zu wählen. Zudem sollte streng auf die Qualität der Implantate geachtet werden, indem nur Implantate von Markenherstellern mit FDA-Zulassung verwendet werden.

Dies spiegelt sich natürlich auch im Preis nieder, da hochwertige Implantate das Dreifache von billigen Implantaten kosten können. Bei der Klinik ist darauf zu achten, dass dort nur ästhetische Eingriffe durchgeführt werden, da man so das Risiko einer Infektion mit sogenannten Hospitalkeimen vermindern kann. In öffentlichen Krankenhäusern, in die sich einige Plastische Chirurgen für ihre Operationen einmieten, ist die Gefahr höher, gefährlichen Keimen ausgesetzt zu sein. In einer  Praxisklinik für Ästhetische Chirurgie werden nur „gesunde“ Menschen operiert, daher sinkt das Risiko einer Infektion mit multiresistenten Problemkeimen.

Brust OP

Warum muss man nach der Brust OP einen Kompressions-BH tragen?

Der Kompressions-BH ist nach fast jeder Brust OP notwendig, da er nicht nur Implantate in ihrer vorgesehenen Platzierung hält, sondern auch die Haut und das Gewebe entlastet, indem Zug oder Druck vermieden wird. Der Kompressions-BH hat eine wichtige Schutzfunktion für die frisch operierte Brust und sollte bis zu 6 Wochen lang Tag und Nacht getragen werden. Das Ergebnis ist dafür eine gute Wundheilung, weniger Schmerzen, eine schönere Narbenbildung und eine optimale Form der Brust. Der Kompressions-BH bietet einen hohen Tragekomfort und ist unter Blusen, Shirts und Pullovern nicht zu erkennen.

Ab wann darf man nach der Brust OP wieder einen normalen BH tragen?

Nach einer Brust OP kann man in der Regel nach 4 – 6 Wochen wieder einen normalen BH tragen. Bis dahin sollte der Kompressions-BH getragen werden.

Wann kann man eine Brust OP nach Schwangerschaft durchführen lassen?

Eine Brust OP nach der Schwangerschaft kann nach dem Abstillen durchgeführt werden. Es sollte jedoch beachtet werden, dass man nach einer Brust OP für 2Wochen möglichst wenig heben oder tragen darf. Dies ist gerade für Mütter wichtig, die ein Baby oder Kind tragen oder heben müssen.

Brust OP nach Schwangerschaft

Ab wann darf man nach der Brust OP wieder auf der Seite schlafen?

Nach einer Brust OP sollte man in den ersten Tagen auf dem Rücken schlafen. Man spürt selbst, wann es wieder möglich ist, ohne Druck oder Spannung im Bereich der Brust auf der Seite zu schlafen. Hier sollte man einfach vorsichtig sein und auf das eigene Körpergefühl hören.

Wie lange ist man arbeitsunfähig nach der Brust OP?

Nach einer Brust OP ist man 5 – 14 Tage lang arbeitsunfähig, je nach Tätigkeit. Bei leichten Tätigkeiten im Sitzen ist es nach wenigen Tagen möglich, wieder zur Arbeit zu gehen. Bei körperlich anstrengenden Tätigkeiten sollte man lieber 2 Wochen Urlaub nehmen. Besonders Tätigkeiten, die über Kopf ausgeführt werden, beispielsweise Regale einräumen, sollten für 2 Wochen vermieden werden.

Wie sollte die Narbenpflege nach der Brust OP aussehen?

Für eine schöne Narbenbildung ist es wichtig, den Kompressions-BH zu tragen, damit kein Druck oder Zug auf die Narben entsteht. Zudem gibt es eine Reihe guter Kosmetika, wie Silikongels (Kelo-Cote) und Narbenpflaster (Hansaplast), die für eine schöne Narbenbildung sorgen. Es ist auch sehr wichtig, die Narben für mindestens 3 Monate, besser 1 Jahr, vor Sonneneinstrahlung zu schützen und selbst unter dem Bikini einen Sonnenschutz zu verwenden. Da in der Plastischen Chirurgie besonders feine Nähte verwendet werden, kann man von einer unauffälligen Narbenbildung ausgehen, dennoch sind unterstützende Maßnahmen empfehlenswert.