10 Dinge, die Sie über Silikonimplantate wissen sollten

Welche Formen und Größen gibt es, sind Implantate in ihrer Haltbarkeit begrenzt und wann sind Implantate gefährlich? Dr. Daniel Thome und Dr. Peter Neumann haben die häufigsten Patientenfragen zu Silikonimplantaten gesammelt.

Silikonimplantate

Seit wann gibt es Silikonimplantate?

Chirurgen beschäftigen sich seit etwa 100 Jahren mit dem Aufbau der weiblichen Brust. In der Vergangenheit wurde mit einigen Materialien experimentiert: Elfenbein, Rinderknorpel, Wolle und Glaskugeln machten den Anfang, später verwendete man modernere Materialien wie Paraffin, Bienenwachs oder Polyethylen. Keines der Materialien führte zu nennenswerten Erfolgen, endeten oft sogar in Komplikationen und Fremdkörperreaktionen.

Die ersten Silikonimplantate wurden Ende der 50er, Anfang der 60er Jahre eingesetzt. 1962 erhielt die erste Frau ein „modernes“ Brustimplantat aus Silikon. Diese Amerikanerin trägt das Implantat noch heute! Diese Art von Implantaten wurde dann nur geringfügig verändert und viele Jahre benutzt.

In den 80er Jahren kam es in den USA jedoch zu Anschuldigungen, dass Silikonimplantate, welche damals sehr dünnwändig und mit Silikonöl gefüllt waren, gesundheitliche Probleme verursachen könnten. Außergerichtliche Schadensersatzprozesse führten dazu, dass der Hersteller Konkurs anmelden musste, obwohl diese Anschuldigungen wissenschaftlich nicht bewiesen wurden. Die amerikanische Gesundheitsbehörde FDA nahm Silikonimplantate für ästhetische Zwecke vom Markt. Lediglich für medizinische Zwecke, wie die Rekonstruktion nach Brustkrebs, war ihr Einsatz erlaubt. Erst 2006 wurden die Silikonimplantate nach langjährig recherchierten Unbedenklichkeitsstudien wieder freigegeben.

In Europa gab es kein Verbot für Silikonimplantate, jedoch herrschte Verunsicherung und Hersteller fingen an, Implantate mit Füllstoffen wie Sojaöl oder Hydrogel auf den Markt zu bringen. Paradoxerweise führten gerade diese zu verstärkten Komplikationen.

Heute empfehlen die meisten ästhetisch plastischen Chirurgen Silikonimplantate mit einer rauen Oberflächenstruktur, welche eine Weiterentwicklung der Silikonimplantate von 1962 darstellen. Seit dem Jahr 2000 gibt es auch ein Qualitätssiegel für Silikonimplantate.

Silikonimplantate

Welche Größen gibt es bei Silikonimplantaten?

Silikonimplantate werden heutzutage in den verschiedensten Formen und Größen produziert – abhängig von „Trends“, also Wünschen und Anforderungen der Patientinnen. Bemerkenswert ist, dass sich die Größe der Implantate immer nur in eine Richtung entwickelt haben: Nach oben.

Anfangs hat man Implantate mit 100 – 150 ml implantiert. Heute liegt die durchschnittlich eingesetzte Größe in Europa bei 280 – 320 ml. In den USA gibt es regionale Unterschiede. In Kalifornien zum Beispiel trägt „Frau“ gerne 450 ml Implantate.

Führende Hersteller für Silikonimplantate haben bis 900 ml Silikonimplantate bei ihren Standardgrößen, spezielle Hersteller bieten aber auch Größen jenseits der 1000 ml an. Solch große Implantate werden selten angefragt und bleiben in der Regel nur eine gewisse Zeit im Körper. Die meisten Frauen müssen nach einigen Jahren wieder zu kleineren Implantaten wechseln, da das hohe Gewicht der Brüste zu gesundheitlichen Problemen führt.

Die Formen der Silikonimplantate variieren hier von tropfenförmig bis rund. Ob die Dame ein volleres Dekolleté haben möchte oder eine möglichst natürliche Form – hier wählt der Chirurg mit seiner Patientin die ideale Form aus. Denn auch Brustkorbform, die Rippenstellung, die Form und Symmetrie der Brüste sowie weitere anatomische Merkmale müssen bei der Wahl der Implantate berücksichtig werden. Hier ist dringend empfohlen, sich von renommierten Fachärzten für Plastische Chirurgie beraten zu lassen.

Wie lange sind Silikonimplantate haltbar?

Das ist eine der meist gestellten Fragen in unseren Beratungsgesprächen. In der Regel sind die modernen Implantate von außen wie von innen nicht verletzbar. Sie haben eine sehr stabile Hülle und sind mit Silikongel gefüllt, welches nicht mehr flüssig ist und nicht auslaufen kann. Allerdings muss man trotzdem sagen, dass auch die qualitativ hochwertigsten Produkte, die sehr strengen Qualitätskontrollen unterliegen, nie vor technischen Fehlern gefeit sind. Und so kann eins von tausenden Implantaten durchaus reißen. Da das Silikongel trotz Riss der Hülle dort bleibt, wo es ist, stellt dies keine gefährliche Situation dar.

Wann müssen Silikonimplantate ausgetauscht werden?

„Implantate müssen nach 10 Jahren ausgetauscht werden“, hört man oft. Heutzutage trifft das nicht mehr zu. Solange die Implantate intakt sind, keine Schmerzen oder Komplikationen verursachen, können Sie im Körper bleiben.

Eine der häufigsten Komplikationen ist die Kapselfibrose. Bei der Kapselfibrose versucht der Körper das Implantat abzustoßen und bildet eine Bindegewebeschicht um das Implantat, welche sich verhärten kann. Diese „Kapsel“ soll das Implantat quasi vor dem Körper verstecken. Bei manchen Patientinnen meint der eigene Körper es dabei zu gut und es wird eine sehr starke Kapsel ausgebildet. Diese kann zu Schmerzen und einer unschönen Form führen, da das Implantat von dem Bindegewebe zu einer „harten Kugel“ zusammengepresst wird.

Die Kapselfibrose tritt in verschiedenen Abstufungen auf. Leichte Kapselfibrosen werden von vielen Patientinnen nicht als störend empfunden. Auch bei stärkeren Ausprägungen besteht keine Gefahr für den Körper, aber die Symptome werden lästig. Daher erfolgt in dieser Situation häufig ein Austausch der Implantate.

Statistisch gesehen tritt die Kapselfibrose bei etwa 4 – 8% der Frauen mit Silikonimplantaten auf. Sie kann schon im ersten Jahr nach der Brustvergrößerung auftreten oder auch erst nach 10 oder 20 Jahren.

Was für Brustimplantate gibt es?

Heutzutage werden hauptsächlich Brustimplantate mit Silikongel verwendet, da diese die sichersten sind und alle Formen und Variationen machbar sind. Auch Implantate mit Kochsalz sind noch im Einsatz. Diese sind weicher und es gibt sie nur in runder Form. Kochsalz mag zwar ein verträglicher Stoff sein, jedoch laufen diese Implantate aus, sobald die Hülle des Implantats verletzt ist.

Was halten Silikonimplantate aus?

In früheren Jahren konnte man so manche Horrorschlagzeile von platzenden Implantaten lesen. Dies kam in seltenen Fällen tatsächlich vor. Das lag daran, dass man früher versucht hat, die Hülle der Implantate so dünn wie möglich zu machen, damit sich das Implantat möglichst echt anfühlt und nicht zu ertasten ist. Diese dünne Hülle sorgt allerdings dafür, dass starker Druckwechsel und starker Gewebestress zum Platzen des Implantats führen kann. Heute kann man mit Brustimplantaten bedenkenlos Hobbys wie Flugreisen, Tauchen oder Fallschirmspringen nachgehen.

Der Vorteil der modernen Implantate ist das Silikongel. Es ist vergleichbar mit einem weichen Gummibärchen. Selbst bei Defekt der Hülle tritt keine flüssige Masse aus.

die besten Silikonimplantate

Was sind die besten Silikonimplantate?

Wie bei allen Produkten gibt es auch bei Silikonimplantaten verschiedene Qualitäts- und Preisklassen. Verantwortungsvolle Plastische Chirurgen werden nur sehr hochwertige Implantate verwenden, denn der gesunde Menschenverstand gibt schon vor, dass ein Produkt, was lange im Körper bleibt, die höchsten Qualitätsstandards erfüllen muss. Dies schlägt sich aber dann auch auf den Preis der Brustvergrößerung nieder. Da Billiganbieter leider immer wieder gefragt sind, wird es auch weiterhin welche geben, die mit minderwertigen Implantaten arbeiten.

Wir verwenden seit vielen Jahren Implantate von Motiva, Polytech und Mentor. Mit diesen Premiumanbietern haben wir immer sehr gute Erfahrungen gemacht.

An den Implantaten darf einfach nicht gespart werden!!!

Welche Silikonimplantate sind gefährlich?

In Deutschland unterliegen Silikonimplantate dem Medizinproduktgesetz, also ist ein gewisser Mindeststandard sicher gewährleistet. Auch in Amerika regelt die Gesundheitsbehörde die Zulassung von Implantaten. In den USA gibt es sogar strengere Richtlinien als in Deutschland. Das heißt wenn Implantate die Zulassung der amerikanischen Gesundheitsbehörde FDA haben, ist zurzeit kein höherer Standard vorhanden. Die Premiumanbieter für Silikonimplantate haben die FDA Zulassung, die meisten Billiganbieter jedoch nicht. Um auszuschließen, dass sich gefährliche Stoffe in den Implantaten befinden, die die Gesundheit beeinträchtigen könnten, sollten nur Implantate von Premiumanbietern mit FDA Zulassung verwendet werden.

Wie werden Silikonimplantate eingesetzt?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten Silikonimplantate einzusetzen. Unsere favorisierte Methode ist das Einsetzen des Silikonimplantats durch die Brustunterfalte. Vorteil ist der unauffällige Schnitt und die gute Narbenheilung. Wir als Plastische Chirurgen haben zudem die beste Übersicht, gerade wenn wir das Implantat hinter dem Brustmuskel platzieren möchten.

Es gibt aber auch die Möglichkeit, das Brustimplantat über den Rand der Brustwarze einzubringen. Auch hier ist die Narbe kaum sichtbar, allerdings wird die Brustdrüse verletzt, was beispielsweise beim Stillen eines Babys zu Problemen führen kann.

Außerdem gibt es noch die Möglichkeit die Brustimplantate über einen Schnitt in der Achselhöhle zu platzieren. Diese Art der Brustvergrößerung ist allerdings mit den Silikongelimplantaten etwas aus der Mode gekommen, da diese durch ihre Formstabilität schwerer durch den axillären Zugang einzubringen sind. Nachteil des Zugangs über die Achsel sind auch die unschönen Narben, die mehr auffallen, als Narben unter der Brust oder an der Brustwarze.

Wie viel kosten Silikonimplantate?

Der Preis der Silikonimplantate richtet sich nach der Qualität der Produkte. Die Materialkosten machen das Implantat nicht teuer, sondern die Forschung und Entwicklung, die dahinter steht, die kontinuierliche Qualitätskontrolle und die Kosten für Zulassungen, z.B. bei der FDA.

Die hochwertigen Silikonimplantate der Marktführer kosten über 1000 Euro während man Implantate von Herstellern, die keine internationalen Qualitätskriterien erfüllen, deutlich günstiger bekommt. Wir würden keiner Frau „Billigimplantate“ implantieren. Als Fachärzte der Plastischen Chirurgie sind wir der Meinung, dass bei einem solchen Eingriff nur das Beste und hochwertigste Material verwendet werden sollte. Warum? Ganz einfach – es wird ein Fremdkörper implantiert, der sehr lange Zeit dort bleiben soll. Wenn man daran sparen möchte, muss man sich lieber die Frage stellen, ob die Brustvergrößerung mit Implantat überhaupt für einen persönlich der richtige Eingriff ist.

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