Eine Höckernase begleitet die meisten schon seit der Kindheit. Viele erinnern sich noch gut an Sprüche aus der Schulzeit, die damals vielleicht nicht einmal böse gemeint waren, aber hängen geblieben sind. Über die Jahre entstehen daraus kleine Gewohnheiten, etwa auf Fotos den Kopf leicht zu drehen, damit das Profil nicht zu sehen ist.
Wer sich aber einmal daran gestört hat, sieht ihn auf jedem Foto und beim Blick in den Spiegel zuerst. Der Gedanke, etwas ändern zu lassen, wird dann immer lauter. Eine Operation im Gesicht überlegt man sich trotzdem gut.
Es muss aber nicht in jedem Fall eine OP sein. Ein leichter Höcker lässt sich auch mit Hyaluronsäure optisch glätten. Dauerhaft verschwindet er allerdings nur durch einen Eingriff. Welche Wege infrage kommen und welcher zu Ihrer Nase passt, lesen Sie hier.
Was ist eine Höckernase und wie entsteht sie?
Von einer Höckernase spricht man, wenn sich der Nasenrücken von der Seite gesehen nach außen wölbt. Der Höcker selbst besteht aus Knochen und Knorpel, meist ist er angeboren, seltener kommt er von einer Verletzung. Nasen sehen unterschiedlich aus und ein Höcker ist eine dieser Formen. Zu einem medizinischen Thema wird es erst dann, wenn zusätzlich die Nasenscheidewand schief steht und man schwer Luft bekommt.
Aber nicht jede Wölbung ist auch ein echter Höcker. Beim sogenannten Pseudohöcker verläuft der Nasenrücken eigentlich gerade, nur hängt die Nasenspitze etwas nach unten und dadurch sieht es darüber wie eine Wölbung aus. Ähnlich ist es auch mit einer tiefer liegenden Nasenwurzel, die weiter unten wie ein Höcker wirken kann. Für die Behandlung macht das einen großen Unterschied, weil dann nicht der Nasenrücken korrigiert wird, sondern die Spitze angehoben oder die Wurzel aufgebaut.

Höckernase korrigieren: Welche Optionen gibt es?
Bei einer Operation wird der Höcker entweder abgetragen oder der ganze Nasenrücken ein Stück tiefer gesetzt und das Profil bleibt danach dauerhaft. Ohne Operation lässt sich die Wölbung mit Hyaluronsäure ausgleichen, allerdings nur für eine Weile.

Die klassische Nasenkorrektur trägt den Höcker ab
Bei der klassischen Nasen-OP wird der Höcker über einen Zugang innen in der Nase oder über einen kleinen Schnitt am Nasensteg abgetragen. Je nachdem, was korrigiert werden soll, operiert der Chirurg entweder nur über Schnitte im Naseninneren oder zusätzlich über einen kleinen Schnitt am Nasensteg. So hat der Chirurg während der Operation einen direkten Blick auf die Strukturen der Nase. Einen kleinen Höcker kann er manchmal einfach vorsichtig glätten. Bei einem größeren nimmt er Knorpel und Knochen weg und formt die seitlichen Nasenwände dann so, dass der Nasenrücken wieder schmal und gerade verläuft. Auch ein stärker ausgeprägter Höcker lässt sich auf diese Weise korrigieren. Wenn zusätzlich die Nasenspitze oder die Nasenscheidewand verändert werden soll, kann das im selben Eingriff gemacht werden. Die Form des Nasenrückens bleibt danach dauerhaft verändert.
Erhaltende Technik: tiefer setzen statt abtragen
Bei der erhaltenden Nasenkorrektur, international Preservation Rhinoplasty genannt, wird der Höcker nicht abgetragen. Der Chirurg löst den Nasenrücken und senkt ihn als Ganzes so weit tiefer, bis das Profil gerade ist. Die Linie des Rückens bleibt dabei so, wie sie ist und genau deshalb sieht man dem Ergebnis später oft gar nicht an, dass überhaupt operiert wurde. Für jede Nase eignet sich das allerdings nicht, am besten funktioniert es bei einem Höcker, der nicht zu stark ausgeprägt ist und bei einer sonst geraden Nase.
| Höcker abtragen | Nasenrücken absenken | |
|---|---|---|
| Prinzip | Knochen und Knorpel des Höckers werden entfernt, die seitlichen Nasenwände neu geformt | Der Nasenrücken wird gelöst und als Ganzes nach unten verlagert |
| Geeignet, wenn | Der Höcker deutlich ausgeprägt ist oder weitere Korrekturen anstehen | Ein moderater Höcker bei sonst gerader Nase besteht |
| Grenzen | Der natürliche Verlauf des Nasenrückens muss neu aufgebaut werden | Nicht für jede Nasenform geeignet |
Was Hyaluron ohne OP leisten kann
Ein leichter Höcker lässt sich auch in einer Nasenkorrektur ohne OP ausgleichen. Dafür wird oberhalb und unterhalb der Wölbung etwas Hyaluronsäure aufgefüllt, bis der Nasenrücken von der Seite gerade aussieht. Der Höcker ist dann immer noch da, er fällt nur nicht mehr auf und die Nase wird insgesamt einen Hauch größer. Weil der Körper Hyaluronsäure wieder abbaut, hält das Ergebnis meist etwa ein Jahr, je nach Mittel auch länger. An der Nase verlaufen außerdem feine Gefäße, die dabei nicht getroffen werden dürfen. Deshalb gehört die Behandlung in erfahrene Hände.
Höckernase entfernen oder kaschieren: Wie fällt die Entscheidung?
Was am Ende sinnvoll ist, hängt davon ab, wie groß der Höcker ist und wie lange das Ergebnis halten soll. Bei einem kleinen Höcker reicht Hyaluron oft aus und manche probieren damit erst einmal aus, wie ein gerades Profil im eigenen Gesicht überhaupt wirkt. Entscheiden kann man danach immer noch. Je größer die Wölbung, desto schneller kommt die Unterspritzung an ihre Grenzen. Dazu kommt die Frage, ob Sie die Nase insgesamt als zu groß empfinden, denn dann lässt sich die Höckerkorrektur mit einer Nasenverkleinerung verbinden. Dabei werden auch Spitze und Proportionen angepasst. Und wenn Sie zudem schlecht Luft bekommen, kann eine Nasenscheidewand-OP, bei der im selben Eingriff begradigt wird, helfen.
Fazit: Was zu Ihnen passt
Wenn Sie bis hierhin gelesen haben, geht es wahrscheinlich längst nicht mehr um die Frage, ob Sie etwas verändern möchten, sondern eher darum, wie. Diese Antwort finden Sie aber nicht in Vorher-nachher-Bildern fremder Nasen. Was bei einer anderen Person gut aussieht, muss nicht automatisch zu Ihrem Gesicht passen. Und auch die gleiche Methode ist nicht für jede Nase sinnvoll.
Wichtiger ist deshalb, die eigene Nase genau anzuschauen. Wie stark ist der Höcker, wie wirkt die Spitze, passen die Proportionen und gibt es Probleme mit der Atmung? Erst dann lässt sich einschätzen, ob Hyaluron reicht, ob eine Operation sinnvoller ist oder ob vielleicht weniger verändert werden muss als zunächst gedacht. Ein gutes Beratungsgespräch sollte genau das klären und nicht mit einer fertigen Lösung beginnen.




